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ESC 2012 - Orientalische Klänge und Schwedischer Triumph

 



Bild: © EBU

Es war wieder mal eine lange Europäische Nacht, insbesondere in und für Baku. Es schlug Mitternacht in der aserbaidschanischen Hauptstadt, als der diesjährige Eurovision Song Contest auf die Reise ging. Ein Spektakel der besonderen Art, von den Fans herbeigesehnt und doch dieses Jahr was ganz besonderes. Nie war man so weit im Osten.

Begonnen von einer traditionellen Tanzgruppe folgte kurzerhand der Siegersong aus Düsseldorf. Drauf hin übernahmen die drei Moderatoren, darunter auch der Sänger des Siegersongs von 2011, das Zepter und führten die Zuschauer in den größten Musikwettstreit der Welt.

Den Anfang machte Groß-Britannien, die einen in die Jahre gekommenen Schlagerstar entstaubten. Ihm als, einzigem an diesem Abend, musste man allerdings anmerken, dass man ihm seine spätere Platzierung auch zumutete (12 Punkte, vorletzter).

Alle anderen Teilnehmer präsentierten eine sehr breit gefächerte Show, mit sehr interessanten und gut klingenden Songs. Zahlreich angehaucht mit Stilrichtungen aus dem Elektropop, Jazz, 80er Jahre-Pop, aber auch sehr klangvolle Balladen voller Tragik und Liebe.

Heraus gestochen haben dieses Jahr die Interpreten aus Russland, eine Truppe rüstiger Omas, die ursprünglich angefangen hatten für ihre Dorfkirche zu singen, es aber bis zum ESC schafften und dort sogar bis auf den 2ten Platz! Sie waren definitiv was Besonderes und bestachen schon durch den Auftritt, wobei gesanglich eher wenig zu bieten war.

Insgesamt wurde die Veranstaltung politisch sehr differenziert betrachtet, da die Situation in Aserbaidschan nur wenige Stunden zuvor noch durch Verhaftungen von Demonstranten und Regierungskritikern angeheizt wurde. Beim Einzug des Landes in den Europarat versprach man, sich um eine Demokratie zu bemühen, was derzeit aber nicht umgesetzt wurde. So kam es auch, dass bei der Punktevergabe Anke Engelke für Deutschland - als einzige – eine politische Botschaft mit herüber sendete: Es ist gut, dass man wählen darf, sie wünschte dem Land viel Erfolg auf den Weg, Europa würde sie beobachten. Insgesamt, war es an diesem Abend nicht nur Europa, das auf Baku schaute. Auch in Australien und Neuseeland findet der ESC Fans und wird dahin live übertragen.

Die Federführung war bei diesem Event klar erkennbar. Sie lag bei derselben Produktionsfirma die auch im letztens Jahr den Deutschen ESC aus Düsseldorf produzierte: Kein geringeres Team, als das von Stefans Raabs Firma "Brainpool". So entlieh man aus dem gelungen Konzept aus dem Vorjahr einige Elemente des Lichtspektakels, sowie diese Bombastische Lösung der LED-Leinwand, die in Baku in mehrere einzelne Segmente aufgeteilt wurde. Der Sieger, als auch der Start des Televotings wurde begleitet von der, dank Stefan Raab, in Deutschland sehr bekannten „Olympic Fanfare and Theme“ von John Williams. Das Stück das auch zur Wok WM sowie einiger anderer Sportveranstaltung aus dem Hause Raab genutzt wird. Die Halle wurde, obwohl sie schon vor Jahren geplant wurde, extra für diesen Event gebaut. Auch hier wurde auf Deutsches Know-How gesetzt.

Die Punktevergabe selbst wie erwartet. Die Block- und Nachbarstaaten bevorzugten sich gegenseitig und schoben sich die Punkte zu. Was sicherlich zum einen an den nachbarschaftlichen Freundschaften, aber auch an dem ähnlichen Musikgeschmack liegen mag.

Der Deutsche Beitrag „Standing still“ von Roman Lob erreichte einen sehr respektablen achten Platz.

Die große Siegerin des Abends hieß „Loreen“, sie trat mit dem Titel „Euphoria“ für Schweden an. Ein Song, angereichert mit modernen Elementen aus der Elektronischen Musik, angelehnt an die Erfolge der großen Produzenten und DJs unserer Zeit. Dazu tanzte und turnte sie in einem schwarzen Dress über die Bühne, vollbrachte einige Hebefiguren mit dem einzigen Tänzer, der mit ihr auf der Bühne stand. Europa stimmte einig für sie, und brachte ihr 372 Punkte ein – satte 113 mehr als die Russischen Omas auf Platz zwei.

So geht der Pokal in diesem Jahr an Schweden und wir dürfen gespannt auf den European Song Contest 2013 sein.
 

    
Sabine
in Musik | 27.05.2012 - 16:16 Uhr | 407 Views     
Quelle: eurovision.de     


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